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Urlaub ohne Kind – Auszeit vom Alltag

Der Sommer steht in den Startlöchern, und damit die Urlaubs- und Reisezeit. Zu überlegen und zu planen, wohin denn der Urlaub mit der Familie gehen soll, ist eine feine Sache, und die Vorfreude ist entsprechend groß. Wenn man es dann ans Reiseziel geschafft hat, dann ist es wunderbar zu sehen, wie der Nachwuchs über die neue Umgebung staunt und sich über die neuen Eindrücke freut. Das ist etwas, das ich auf keinen Fall missen möchte.

Aber es gibt noch etwas anderes als Urlaub mit der ganzen Familie, und zwar denke ich an Urlaub mit Partner ohne Kind oder einen Mädelsurlaub ohne Familie.

Alltag

Jede Mutter und jeder Vater kennt den Alltag mit Kind. Sehr schön, herzerwärmend, lustig, liebevoll, aber ehrlicherweise mehr oder weniger oft auch etwas anstrengend. Und hin und wieder dauern die anstrengenden Phasen etwas länger. Und Mama und / oder Papa brauchen dringend eine Auszeit, um sich zu erholen und, wieder zurück, mit neuer Energie das Leben mit Kind zu führen. Und weil die Kinder sehr genau merken, welche Stimmung die Eltern gerade haben, merken sie, wenn die Eltern angespannt sind, und nehmen die Angespanntheit auf. Dieses Spiegeln der Gefühle geht glücklicherweise auch in die andere Richtung, und so können die Kinder umgekehrt auch von der Entspanntheit der Eltern profitieren.

Wenn ich mit Freunden, der Familie oder Bekannten über das Thema Urlaub ohne Kind rede, gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Nicht jeder steht dem positiv gegenüber, dass man sich als Eltern oder als Mutter eine Auszeit nimmt. Schnell steht da im Raum, dass man eine Rabenmutter ist, und es gibt den Vorwurf, man wäre egoistisch.

Gründe für die Auszeit

Ich glaube, dass es sehr gute Gründe für einen Urlaub ohne Kind gibt. Das Kind bekommt die Möglichkeit, den Kreis seiner Vertrauenspersonen zu erweitern und zu festigen. Nicht nur Mama kann sich bestens um den Nachwuchs kümmern, der Papa kann es genauso gut, und insbesondere auch die Großeltern. Urlaub bei Oma und Opa, das sind doch schöne Aussichten! Ich weiß, wie gerne meine Kleine Zeit mit ihren Großeltern verbringt. Sie hat sie furchtbar lieb! Dass sie dort verwöhnt wird und Freiheiten hat, die es zu Hause nicht gibt, spielt da wohl keine unwesentliche Rolle. Da sind die Eltern fast Spielverderber, wenn sie den Spaß mit Hinweisen, Aufforderungen oder Ermahnungen dämpfen.

Was bringt die Auszeit Mama und / oder Papa? Tun, was und wann man möchte, kurz nicht ein oder mehrere kleine Lebewesen zu verantworten, das ist sehr befreiend. Es bringt einen kurzen Freiraum und Selbstbestimmung in Zeiten, in denen man – was in der Natur der Sache liegt – zum Teil fremdbestimmt ist. Es ist erstaunlich, wie man sich an ganz einfachen Dingen freuen kann: in Ruhe frühstücken, ohne Zuschauer auf die Toilette gehen, ungestört die Zeitung oder ein Buch lesen, … Eine eigene Art von Luxus. Erholte Eltern, das bringt Kraft für herausfordernde Alltagssituationen. Und damit Entspannung, die man an den eigenen Nachwuchs weitergeben kann. Also ein win-win Situation für die ganze Familie.

Selbstversuch

Im Juni hatte ich das Glück, mir so eine Auszeit nehmen zu können. Mit einer ganz lieben Freundin, nicht nur ohne Kind, sondern auch ohne Mann, weil er beruflich verhindert war. Natürlich ging es nicht ohne das tägliche Telefonat mit meinem Kind, meistens mehr als einmal. Dass mir die kleine Madame kurz aufgeregt erzählt hat, was sie so alles erlebt hat, und dann keine Zeit mehr hatte,  mit mir zu telefonieren, weil sie gerade ganz toll beschäftigt war und etwas ganz Wichtiges machen musste, war für mich ein gutes Zeichen. Dass es ihr gut geht und sie gut versorgt ist.

Während des Urlaubs habe ich mich öfter dabei ertappt, dass mir Dinge aufgefallen sind, bei denen ich mir dachte, dass sie meiner kleinen Tochter auch gut gefallen hätten. Der Gedanke ans eigene Kind war da, zumindest im Hintergrund. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich ja bald eine Gelegenheit, diese Dinge gemeinsam zu sehen und zu erleben?

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Fazit

Meiner Meinung nach sollte jede Mama, die erholungsbedürftig ist und das Gefühl hat, dass ihr eine Auszeit gut tun würde, versuchen, sich die Auszeit zu nehmen. Natürlich braucht es die entsprechende Organisation, das gute Gefühl, dass das eigene Kind gut versorgt ist. Und dann gibt es noch die emotionale Hürde, dass man das Kind – wenn auch nur kurz – verlässt, das schlechte Gewissen, das im Hinterkopf dämmert, der Gedanke, dass das kleine Wesen seine Mama vermissen wird.

Dafür gewinnt man auf der anderen Seite viel für sich selbst, kann entspannen, eine kurze Zeit lang die Seele baumeln lassen und nur tun, was man gerade spontan möchte… So lässt sich dann nach der Rückkehr der Alltag wieder viel leichter und entspannter leben, und davon profitiert auch der Nachwuchs.

Übrigens ist das Thema Verreisen ohne Kind auch bei vielen anderen, lieben Blogger-Kolleginnen gerade aktuell. Hier mal eine Auswahl von I Need Sunshine, LittlePaperPlane, Mami Rocks und MamaWahnsinnHochDrei, und ganz frisch auch von Kerstonia. Über weitere Meinungen und / oder Artikel freue ich mich sehr, bitte einfach im Kommentarfeld eintragen. Was haltet ihr von Urlaub ohne Kind? Absolutes No-Go einer Rabenmutter? Auszeit zur Erholung? Irgendwas dazwischen?

 

 

6 Gedanken zu “Urlaub ohne Kind – Auszeit vom Alltag

  1. Sabine schreibt:

    Ja, eine Auszeit von den Kids braucht jede Mutter … dafür sollte auch niemand ein schlechtes Gewissen haben!!!
    Leider ist es mit 2 Kindern und weit weg von den Großeltern nochmals um vieles schwieriger 😦 Ich gebe die Hoffnung auf einen Urlaub als Paar trotzdem noch nicht auf 😉

    Schön dass du einen erholsamen Urlaub hattest!

    Glg Sabine

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    • Südstadtmutter schreibt:

      Danke! Manchmal geht es mit der Organisation der Auszeit etwas leichter, manchmal tut man sich leider schwerer damit. Wenn nicht jetzt, klappt es hoffentlich in Zukunft einmal mit dem Urlaub ohne Kind(er)! Glg, Deine Südstadtmutter

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  2. Kerstin von Kerstonia schreibt:

    Hehee, echt cooler Artikel. Voll lustig, dass wir zeitgleich über das dieses Thema schreiben. Meine Kleine wollte übrigens auch kaum mit mir telefonieren, oder hat auf einmal abgebrochen, weil wieder etwas „Wichtiges“ dazwischen kam ;-)) so süß ❤
    Hab dich jetzt übrigens auch schon verlinkt in meinem Artikel. Danke dir & Lg, Kerstin

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  3. Michaela schreibt:

    Hallo,
    finde man sollte sich als Person nicht aufgeben, man ist nicht nur Mama oder Papa. Das Kind profitiert sicher auch davon. Vorallem die Beziehung von Mama und Papa, da im Alltag oft keine Zeit für Zweisamkeit ist.

    Gefällt 1 Person

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