Kind traurig

Mama, nicht gehen!

Es war eine schöne Idee: weil ich Geburtstag hatte, wollten mein Mann und ich zu zweit ganz gemütlich in ein nettes Lokal frühstücken gehen, nur in Ruhe essen, vielleicht ungestört Zeitung lesen, einfach aus dem Restaurantfenster hinaus in die Umgebung schauen,… Die kleine Madame würde derweil die Zeit mit ihrer Lieblings-Babysitterin verbringen und Spaß haben, und dann hätten wir den ganzen, restlichen Tag als Familienzeit. So weit, so gut! Aber es kam anders.

Dabei war der Plan gut vorbereitet. Einerseits hatte die Babysitterin ausreichend Zeit, andererseits hat meine Tochter am Vorabend wohlwollend genickt, als ich ihr angekündigt habe, dass Mama und Papa am nächsten Vormittag ein paar Stunden weg sein werden und sie mit der Babysitterin spielen darf. Selbst eine Stunde vor der geplanten Abfahrt war die Welt der Kleinen noch wunderbar in Ordnung bei der Aussicht auf Spiel und Unterhaltung.

Trennungsangst

Dann, etwa 15 Minuten vor dem Aufbruch die Wende: „Mama, nicht gehen!“, begleitet von heftigen Tränen und Umklammerungen. Wäre ich aufgestanden, wäre sie nicht von mir abgefallen, so stark hat sie sich festgehalten. Was war denn da passiert? Als die Babysitterin vor der Tür stand, war meine Tochter endgültig nicht mehr ansprechbar, sondern hat sich nur mehr an mir festgeklammert, bitterlich geweint, weder nach links noch nach rechts geschaut und immer wieder gesagt: „Mama, nicht gehen!“.

Was tun? Nachdem ich es nicht übers Herz gebracht habe, sie mit Nachdruck von mir zu lösen und sie dann, heftig dagegen ankämpfend, der Babysitterin zu übergeben, haben wir die Spielkameradin wieder nach Hause geschickt und sind zu dritt ins nette Frühstückslokal gefahren. Die Aussicht auf in Ruhe frühstücken und Zeitung lesen ist verpufft. Statt dessen gab es Begehrlichkeiten auf alles, was ich gegessen habe, während der Papa im Wesentlichen ungestört sein Frühstück essen konnte.

Auch wenn ich ihr die Hälfte davon auf einen eigenen Teller gelegt habe, war mein Teller trotzdem spannender. Aber man kann ja auch unter Verrenkungen frühstücken – wer sagt denn, dass es dabei gemütlich sein muss! Ihr haben das Rührei, die Guacamole und die Pancakes mit Erdbeeren und Nuss-Nougat-Sauce jedenfalls sehr gut geschmeckt! Und gleichzeitig stand auf dem Gesicht meiner Tochter ein ganz glücklicher und zufriedener Ausdruck, sie war happy, dass sie bei Mama und Papa war. Unmöglich, wegen der Planänderung verstimmt zu sein!

Eigentlich dachte ich ja, dass die Phase der Trennungsangst mit fast dreieinhalb Jahren schon vorbei ist. Sie ist bis jetzt bei meiner Tochter auch kaum aufgetreten: ein wenig bei der Eingewöhnung in den Kindergarten, das war aber schon länger her. Und auch sonst fällt mir kein Grund ein, warum sie gerade jetzt, von einem Tag auf den anderen, so sensibel reagiert. Wenn ich frage, warum ich nicht gehen soll, kommt nur „Mama, bleib da! Mama, nicht gehen!“.

Fazit

Auch wenn ich derzeit nicht verstehe, warum sie jetzt Angst vor einer Trennung hat, bemühe ich mich, ihr viel Geborgenheit und Liebe zu geben und ihr zu zeigen, dass ich für sie da bin. Meine Tochter soll das Gefühl haben, dass sie bei mir offene Arme findet, die sie trösten, und dass sie geliebt wird, egal, ob sie gerade einen guten oder einen weniger guten Tag hat. Es wird wieder die Zeit kommen, wenn sie loslassen und selbständiger werden möchte. Die Veränderung kommt schubweise, meistens geht die Entwicklung vor, manchmal wieder einen kleinen Schritt zurück, um dann wieder kräftiger nach vor zu gehen. That´s life!

Kennt ihr solche Situationen? Wie geht ihr damit um? Habt ihr eine tolle Idee oder einen guten Vorschlag, der bei euch in so einem Fall gut funktioniert hat? Ich freue mich über eure Kommentare!

Hände

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