Honfleur Pont de Normandie

Normandie – Der Garten am Meer

Es war uns gegönnt! Dank der Unterstützung der Großeltern konnten mein Mann und ich im Sommer eine Woche verreisen, während unsere Tochter Urlaub bei Oma und Opa machte. Ich wollte ein Reiseziel, das nicht allzu weit weg von Österreich war, um zur Not schnell wieder bei meiner Kleinen sein zu können, am Meer, jedoch nicht an einem der vollen Mittelmeerstrände, und ich wollte eine Mischung aus Natur, Kultur, Stadt und gutem Essen. Idealerweise sollte das Reiseziel auch nicht zu weit weg vom Flughafen sein, weil es schade gewesen wäre, bei nur einer Urlaubswoche viel Zeit im Auto zu verbringen. Unsere Wahl fiel auf die Normandie in Frankreich. 

Ruck-zuck waren Flug und Mietauto gebucht, und die Planung konnte losgehen. Als erstes haben wir uns ein Zimmer in Honfleur genommen, etwa zwei Autostunden von Paris entfernt. Einer der Vorteile von Honfleur ist, dass von dort aus viele Sehenswürdigkeiten innerhalb von etwa einer Stunde mit dem Auto erreichbar sind. Nachdem ich keine Lust hatte, täglich von Neuem die Koffer ein- und auszupacken, war das ein großes Plus. Im Nachhinein betrachtet war das ein Glückstreffer, denn Honfleur ist ein bezauberndes, malerisches Städtchen an der Küste der Normandie, wie aus dem Bilderbuch.

Unterkunft

Da neben Landwirtschaft und Fischerei der Tourismus zu den größten Wirtschaftszweigen zählt, gibt es eine große Auswahl an Unterkünften in und um Honfleur. Wer eine Schwäche für die typischen Fachwerkhäuser der Region hat, für den ist ein Privatzimmer in einem historischen Gebäude eine gute Idee. Ich wollte auch unbedingt in einem solchen Haus wohnen, weil sie mir ausgesprochen gut gefallen und ich sie viel charmanter und persönlicher finde als Häuser von großen Hotelketten.

Direkt im Ortszentrum von Honfleur betreibt Madame Giaglis seit etlichen Jahres das Bed&Breakfast „La Cour Sainte Catherine“. Rund um einen entzückenden, kleinen, üppig grünen Innenhof sind die Zimmer in Häuschen aus dem 17. Jahrhundert untergebracht, jedes individuell und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. In nur fünf Gehminuten erreicht man das Zentrum von Honfleur. Für Autofahrer auch praktisch: Ein eigener Parkplatz ist vorhanden. Das Frühstück war eine positive Überraschung: Es gab eine schöne Auswahl von lokalen Spezialitäten, Gebäck, Käse, selbstgemachtem Kuchen, einfach köstlich! Und natürlich Apfelsaft, ganz typisch für die Normandie. Wir waren jedenfalls sehr froh, dass wir uns für eine Unterkunft in diesem B&B entschieden haben, und können es für Fans alter Fachwerkhäuser uneingeschränkt weiterempfehlen!

B&B

B&B  B&B

B&B

Giverny

Ganz motivierte Reisende können schon auf der Fahrt von Paris in die Normandie bei der einen oder anderen Sehenswürdigkeit stehen bleiben. Obwohl wir es eigentlich nicht vor hatten, haben wir einen Zwischenstopp in Giverny gemacht, dem Ort, an dem lange Jahre der Impressionist Claude Monet wohnte und in dem er seine berühmten Seerosenbilder malte. Wo in diesem kleinen Örtchen Monets Haus lag, war nicht schwer herauszufinden, immer dem Menschenstrom nach. Nachdem uns das für den ersten Tag etwas zu viel an Menschen war, haben wir den Besuch des Hauses jedoch ausgelassen und uns nur gemütlich zur Terrasse des Hotel Baudy gesetzt, die Landschaft bewundert und eine Kleinigkeit gegessen – was die Normannen so unter Kleinigkeit verstehen…

Giverny Giverny

Honfleur

In Honfleur angekommen, mussten wir für das erste Ausflugsziel nicht einmal fahren, sondern einfach aus dem B&B hinaus auf die Straße marschieren. Honfleur gilt nicht umsonst als eines der sehenswertesten Küstenstädtchen der Normandie, mit seinem malerischen Hafenbecken und den vielen Restaurants und Geschäften. So kann man schon gemütlich eine ganze Weile damit verbringen, dass man sich einfach in eines der Cafes am Vieux Bassin setzt und die umliegenden, schieferverkleideten Häuser bewundert oder den Booten zusieht. Mit etwas Glück kann man auch das Spektakel der sich hebenden Klappbrücke erleben, für einen Binnenländer wie mich war das schon ganz unterhaltsam.  Auch wenn Honfleur bei vielen Besuchern sehr beliebt ist, hat das die schöne Stimmung nicht gestört.

Honfleur

Honfleur  Honfleur

Honfleur

Pont de Normandie

Nicht weit weg von Honfleur, im Osten, gab es das erste Highlight für meinen Mann, nämlich den Pont de Normandie. 1995 eröffnet, überspannt diese insgesamt über 2 Kilometer lange Schrägseilbrücke die Seinemündung bei Le Havre und erreicht damit die größte Spannweite einer Schrägseilbrücke in Europa. Pro Fahrt werden € 5,40 an Maut fällig, dafür ist es schon ein Erlebnis, auf dieser Brücke zu fahren und sich die Seile aus der Nähe anzusehen, die diese Brücke halten.

Pont de Normandie

Pont de Normandie  Pont de Normandie

Etretat

Praktischweise (aus Sicht meines Mannes) mussten wir am nächsten Tag gleich wieder über diese Brücke, als wir auf dem Weg nach Etretat waren. Dort erwartet die Besucher eine beeindruckende Naturkulisse, nämlich knapp 100 m hohe Klippen aus Kreide, aus denen das Meer und die Erosion mächtige Felsformationen geschaffen haben. Es macht Sinn, das Auto auf dem großen Parkplatz am Ortseingang stehen zu lassen, im Ort gibt es nur wenig Möglichkeiten zu parken.

Am Kiesstrand angekommen, sieht man links und rechts die mächtigen Klippen und Felsnadeln. Wir sind links die Treppen und Wege hinaufgeklettert, und der Ausblick war schon eine Wucht. Zwei Tipps für einen Besuch hier: auf den Wiesen, gleich neben den Klippen, ist Platz genug, um sich entspannt hinzusetzen und zu picknicken. Also nehmt euch Decke, Korb und etwas Leckeres zu essen und trinken mit, das wird bestimmt eine bleibende Erinnerung! Und für die Golffreunde unter euch gibt es entlang der Klippen einen einzigartigen Golfplatz, der nicht nur sportlich fordert, sondern auch überwältigende Ausblicke auf die umliegende Natur bietet!

Etretat

Etretat  Etretat

Etretat

Rouen

Von der Natur zur Kultur: Abstecher nach Rouen. Sie wird auch Museumsstadt genannt, und wer hier steht, versteht auch warum. Da gibt es die imposante Kathedrale, unzählige Kirchtürme, stolze Bürgerhäuser und prachtvolle Schlösser. Traurige Berühmtheit erlangte Rouen aufgrund der Verbrennung der Jungfrau von Orleans im 15. Jahrhundert. In Kontakt mit dem Tod kommt man auch an einer anderen Stelle, nämlich im Hof eines Fachwerkhauses bei der Kirche Saint-Maclou, in dem Pestopfer in einem Massengrab begraben wurden. Die makabren Schnitzereien entlang der Hausmauer erzählen davon, und aktuell kann man sogar Archäologen dabei zusehen, wie sie Teile des Massengrabs bergen! Für den kleinen Hunger empfehle ich die Boulangerie Bastien an der Place de la Pucelle, die Sandwiches waren köstlich, und die Cookies ein Traum!

Rouen

Rouen  Rouen

Rouen

Rouen  Rouen

Unweit von Rouen kann man die Abbaye de Jumieges besuchen, die angeblich schönste Ruine Frankreichs. Für diejenigen, die sich daran erinnern können: Da fühlt man sich in den Film „Der Name der Rose“ versetzt: Ruinen einer imposanten Abteianlage aus dem 10. und 11. Jahrhundert, von der unter anderem die hohen Fassadentürme noch erhalten sind.

Jumieges  Jumieges

Bayeux

Ein Wandteppich, das klingt fürs Erste ja nicht so spannend. Weil wir noch etwas Zeit hatten, haben wir trotzdem einen Abstecher nach Bayeux gemacht, und im Nachhinein betrachtet war das eine sehr gute Entscheidung. Nicht nur, dass Bayeux einen ausgesprochen entzückenden Ortskern hat, in dem es Spaß macht, hindurchzubummeln, auch der Wandteppich war beeindruckend. Wenn man sich vorstellt, dass der Teppich gut 1000 Jahre alt ist, ist das schon einzigartig. Immer der Menschenschlange nach, wird man mit einem Audio Guide ausgestattet, und kann sich Schritt für Schritt den etwa 70m langen Teppich ansehen. Ein Comic-Strip aus dem Mittelalter sozusagen. Nicht nur etwas für Geschichts-Junkies. Ach ja, und zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt er auch.

Bayeux  Bayeux

Zwischenstand

Bei einem Urlaub in der Normandie wird es nicht langweilig. Es gibt malerische Orte, abwechslungsreiche Städte, beeindruckende Bauwerke, faszinierende Kunstwerke. Nächste Woche geht es dann weiter mit meinen Tipps zum Normandie-Urlaub. Dann dreht sich alles um Meer und Strand und etwas ganz wichtiges in Frankreich, nämlich das Essen! Also kommt wieder vorbei!

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