Mont Saint Michel

Normandie – Meer, Strand und das liebe Essen

Im letzten Beitrag habe ich euch schon Einiges über meinen Eindruck von der Normandie erzählt: von malerischen Orten, abwechslungsreichen Städten, beeindruckenden Bauwerken und faszinierenden Kunstwerken. Jetzt geht es weiter mit den Kapiteln Meer, Strand und Essen! 

Strandleben

Ein Besuch in der Normandie wäre nicht vollständig ohne den Besuch eines der vielen, bekannten Badeorte. Einer der bekanntesten ist Deauville, hier finden jährlich einerseits populäre Pferderennen, andererseits ein Filmfestival statt, zu denen Prominente aus aller Welt anreisen. Am Strand gibt es ausgesprochen dekorative Zelte, da ist man gut vor der Sonne schützt, und die Strandkabinen sind mit den Namen von berühmten Filmstars beschriftet, die angeblich alle dort zu Besuch waren. Als wir hier waren, war ganz schön viel los in Deauville, vielleicht auch, weil der Markt gerade geöffnet hatte.

französisches Essen  französisches Essen

Für einen Bummel in lebhafter Atmosphäre oder auch für einen Shoppingtrip bei exklusiven Marken ist Deauville bestens geeignet.

Deauville

Deauville  Deauville

Deauville

Wir haben auch einen kurzen Abstecher nach Trouville gemacht, das Nachbarstädtchen von Deauville. Vielleicht haben wir ja den Ortskern nicht gefunden, aber bis auf den kurzen Strand mit den noch bunteren Strandkabinen haben wir nichts Berichtenswertes entdeckt.

Trouville  Trouville

Die positiven Berichte über das angeblich stimmungsvolle Städtchen Granville konnte ich leider nicht nachvollziehen. Auch „Monte Carlo des Nordens“ genannt, gibt es hier ein Kasino, einen Stadtstrand mit Steilküste sowie das Geburtshaus von Christian Dior samt Museum. Mir hat hier jedoch der besondere Reiz gefehlt, dann war auch unser Hotel enttäuschend. Geplant war es eigentlich als zweiter Stützpunkt im Urlaub, trotzdem sind wir nach einer Nacht schon wieder abgereist. Sollte wohl nicht sein.

Saint Malo

Aufgrund des Tipps eines Freundes haben wir auch einen Abstecher nach Saint Malo gemacht, zum am westlichsten gelegene Punkt unserer Reise, und darüber waren wir letztlich sehr froh. Denn der Anblick der Festung samt ihrer Ringmauer, der war schon mächtig! Es gibt eine schöne Innenstadt, gut erhaltene Korsarenpaläste, nette Einkaufsstraßen. Als wir hier waren, hat auch ein beachtlicher Wind geweht – ein rauhes Klima! Einige vorgelagerte Inselchen kann man bei Ebbe zu Fuß besuchen und ein wenig Seemansluft dabei schnuppern.

Saint Malo

Saint Malo  Saint Malo

Saint Malo

Omaha Beach

Einen anderen Aspekt der normannischen Küste, aber mit einem ausgesprochen ernsten, historischen Hintergrund, kann man in den Orten an der Cote de Nacre kennenlernen. Sie ist geprägt durch die Landung der Alliierten und den Beginn der Befreiung Frankreichs vom Nazi-Regime im Jahr 1944. An nahezu jedem Ort, durch den man hier fährt, gibt es Museen, Friedhöfe, Gedenkstätten oder Überreste der Bunkeranlagen. Besonders beeindruckend ist der US-amerikanische Soldatenfriedhof am Omaha Beach. Über 9000 weiße Kreuze und Davidsterne in dieser würdevollen Anlage erinnern an die hier begrabenen Gefallenen. Im Besucherzentrum wird anschaulich aufbereitetes Filmmaterial der Landung gezeigt, persönliche Gegenstände der gefallenen Soldaten berühren besonders und erinnern an Ereignisse, die nicht vergessen werden sollten und von denen wir auch unseren Kindern erzählen sollten.

Omaha Beach  Omaha Beach

Omaha Beach  Omaha Beach

Le Mont-Saint-Michel

Ein Besuch in der Normandie ohne Besichtigung des Mont-Saint-Michel ist angeblich wie ein Besuch in Paris, ohne den Eiffelturm gesehen zu haben. Geht gar nicht! 3,5 Millionen Besucher pro Jahr, das ist eine gewaltige Zahl, die hierher zu Besuch kommt. Mont-Saint-Michel, so heißt der Klosterberg samt dem darauf befindlichen Städtchen. Man sieht den Berg schon von der Ferne, wenn man auf den Straßen der Umgebung unterwegs ist, so hervorstechend ist er. Das Auto parkt man auf einer Parkanlage am Festland, von dort fährt man entweder mit Shuttlebussen oder Kutschen zum Mont, oder man macht einen gut halbstündigen Spaziergang hin.

Mont Saint Michel

Angeblich gab es im Mittelalter schon große Pilgerströme zum Mont, daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn ihr Menschenmassen vermeiden wollt, solltet ihr möglichst früh kommen, denn ab dem späten Vormittag muss man sich ganz schön durch die engen Gässchen drängen. Da geht es ordentlich turbulent zu zwischen all den Souvenirgeschäften, Restaurants und Creperien, etwas weniger Gedränge ist es dann beim steilen Aufstieg zum Klosterbereich. Besonders beeindruckend fand ich den fantastisch beleuchteten Speisesaal und die vielen Säulen, die das Gemäuer tragen. Der Kreuzgang war leider verdeckt, der wird momentan saniert.

Mont Saint Michel

Mont Saint Michel  Mont Saint Michel

Mont Saint Michel

Zusätzlich gibt es vom Mont aus einen prächtigen Ausblick in die Ferne auf die Bucht und das Watt. Zur Spitzenzeit der Ebbe zieht sich das Meer bis zu 15 km aus der Bucht zurück, das ist ganz schön beeindruckend! Überall kann man Warnungen lesen, nicht ohne ortskundigen Führer dort spazieren zu gehen, weil die Flut sehr überraschend kommen kann und schnell steigt. Ein guter Rat!

Mont Saint Michel

Kulinarisches

Für leichtes Essen ist die typische, normannische Küche nicht bekannt. Bei vielen Gerichten darf man keine Angst vor Übergewicht oder Cholesterin haben, denn die Lieblingszutaten sind unter anderem Schlagobers (Sahne), Eier und gehaltvoller Käse, und kleinlich sind die Portionen in der Regel auch nicht. Neben diesen üppigen Speisen gibt es natürlich auch Alternativen mit Meeresfrüchten und frischem Fisch, hin und wieder findet man sogar Salat. Aber spätestens bei den Desserts ist wieder Schluss mit der Leichtigkeit, auch wenn eine der Hauptzutaten oft der typische Apfel ist. Nicht vergessen darf man auf die flüssigen Spezialitäten, allen voran Calvados, Cidre und, meine Neuentdeckung und mein absoluter Favorit, der ausgesprochen süffige Pommeau, eine Mischung aus Apfelsaft und Calvados. Insgesamt muss man damit rechnen, spürbar mehr als in Österreich für den Restaurantbesuch zu zahlen, wir haben es dennoch kein einziges Mal bereut, denn wir haben wirklich jedes Mal gut gegessen.

Nahezu überall gibt es Crepe und Galette, die pikante Variante der Crepe aus Buchzweizenmehl. Crepe wird in der Regel süß gefüllt gegessen, eventuell sogar noch flambiert mit Calvados. Und bei den pikanten Galette gibt es auch eine reiche Auswahl an Füllungen, traditionell jedoch mit Schinken, Käse, Ei und viel Butter. Frische Muscheln sind hier ausgesprochen beliebt, unter anderem die Moules Marinieres, in Weißweinsund gedämpfte Miesmuscheln mit Schalotten, Petersilie und Butter. Wer solche Speisen probieren will, dem empfehle ich Chez Laurette am Hafenbecken in Honfleur. Wir waren zweimal da, beide Male war es ausgesprochen gut, und die Chefin ganz humorvoll.

französisches Essen französisches Essen

Ein Highlight in Bezug auf das Essen war der Besuch des Restaurants Le Breard in Honfleur. Vom Gruß aus der Küche über die Vorspeisen und die Hauptspeise bis hin zum Dessert war es einfach spitze. Chefin freundlich, Personal sehr zuvorkommend und schnell, modernes Interieur, hat es uns wirklich gut gefallen. Stellt euch vor, als Dessert gab es für mich einen Suppenteller voller überbackenem Schokomousse mit einem Löffel Schokosorbet in der Mitte, das war ein Traum! Ich war im siebten Himmel!

LeBreard LeBreard LeBreard

Ein andere Grund, um wegen des Essens im siebten Himmel zu sein, ist der lokale Käse. Weltbekannt ist der Camembert, da ist keine Beschreibung notwendig. Weitere bekannte Sorten sind beispielsweise Livarot, Neufchâtel oder Pont l’Evêque, alle drei Weichkäse. Da hätte ich mich darin vergraben können! Wir haben gehört, dass Einheimische die reifen Varianten dieser Käse übrigens so essen, dass sie die Rinde wegschneiden und nur das Innere, den sogenannten Teig, essen! Für Schwangere ist hier jedenfalls leider nur zusehen angesagt, denn die originalen Käsesorten bestehen aus Rohmilch und daher aufgrund möglicher Krankheitserreger für sie nicht geeignet.

Was ich vor diesem Urlaub auch nicht gekannt habe, war der Cafe Gourmand. Wenn man den bestellt, bekommt man neben einem Espresso auch eine Auswahl von mehreren, kleinen Dessert. Genau das richtige für Schleckermäulchen wie mich! Und zur französischen Patisserie muss man nichts weiter sagen, die ist weltbekannt..

französisches Essen  französisches Essen

Fazit

Bei einem Besuch in der Normandie muss man sich darauf gefasst machen, dass man nicht der einzige ist, der diese Idee hat. Allein ist man selten, eher im Gegenteil. Das ist auch kein Wunder, denn die Gegend hat ausgesprochen viel zu bieten. Das Meer und die Klippen sind imposant und mächtig, das Landesinnere üppig grün und idyllisch. In Städtchen gibt es malerische Fachwerkhäuser und enge Gässchen, es ist viel los und trotzdem charmant. Es gibt viel an Geschichte kennenzulernen, das Essen ist fantastisch. Alles gute Gründe, um die Normandie in bester Erinnerung zu behalten und wiederzukommen.

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