Biofekt Zotter

Im Schokoladeparadies – Familienausflug zum Zotter

Beitragsbild (c) Zotter Schokoladen

Wenn mich meine Eltern als kleines Kind zu einem Familienausflug in eine Schokoladenfabrik mitgenommen hätten, wäre ich mir wahrscheinlich vorgekommen wie im Schlaraffenland. Ich glaube, meine kleine Tochter hat sich beim Besuch von Josef Zotters Schokoladen Manufaktur jedenfalls so gefühlt!

 Etwa eindreiviertel Stunden dauert die Anreise aus Wien, und man sieht das Gebäude schon aus der Ferne, markant liegt sie in der Umgebung. Wenn man ankommt, merkt man, wie beliebt Zotter als Ausflugsziel ist: der Parkplatz ist groß und voller Busse und Autos. Die Homepage von Zotter verrät, dass es über 250.000 Besucher pro Jahr sind, die die Schokoladen Manufaktur besuchen; eine beeindruckende Zahl!

Die Schokoladen Manufaktur

Schon auf dem Fußweg zur Manufaktur duftet es so dermaßen gut nach Schokolade, dass das Wasser im Mund zusammenrinnt. Einmal drinnen, braucht man ein Ticket zur Besichtigung der Anlage. Tickets kann man auch im Vorhinein im Internet reservieren, das ist besonders an den Wochenenden oder in Ferien zu empfehlen, wenn man nicht lange auf den Eintritt warten möchte. Es werden unterschiedliche Touren angeboten, z.B. gibt es auch Spezialtouren in Kombination mit Wein oder Kunst.

Zotter

Der Klassiker ist die Schoko-Genuss-Tour, für die man mindestens 90 Minuten einplanen sollte. Ich kann mich noch gut an die Worte einer lieben Freundin erinnern, die mir vor meinem ersten Besuch einen guten Tipp gegeben hat: am Anfang nicht zu viel essen! Und da hatte sie recht! Denn es gibt entlang der ganzen Tour Verkostungsmöglichkeiten, und die möchte man schließlich alle nutzen. Noch ein anderer Tipp: zwischen den Stationen immer ein wenig Wasser trinken, dazu gibt es Trinkbrunnen dort. Es hilft, die Geschmacksnerven zu neutralisieren, damit man wieder besser verkosten kann.

Die Schoko-Genuss-Tour startet im KakaoKino mit einem informativen Film über die Firma Zotter und den Kakaoanbau in Südamerika. Und was braucht man vor einem Kinobesuch? Richtig: Popcorn! Natürlich nicht irgendein Popcorn, sondern überzogen mit verschiedenen Schokosorten wie Himbeer, Karamell oder weißer Schoko. Auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war bei der Kombination von Popcorn mit Schokolade, habe ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen, es ist wirklich lecker. Mein kleines Fräulein war sowieso schon ab der ersten Kostprobe entzückt.

Zotter

Schritt für Schritt kann man dann die Produktion der Schokolade begleiten. Wer möchte, kann auch einen Audio Guide dazu nehmen, und bekommt zusätzliche Erklärungen und Hintergrundinfors. Ich habe das bei diesem Besuch nicht gemacht, die Geduld zum Anhören hätte meine dreijährige Tochter nicht gehabt. Die Tour war zwar nicht so informativ wie mit dem Audio Guide. Aber dadurch, dass bei jedem Produktionsschritt auch eine Verkostungsstation dabei ist, kann man sich direkt und gut vorstellen, worum es gerade geht.

Am Anfang gibt es also verschiedene Kakaobohnen, im Ganzen und zerkleinert als Nibs. Noch sehr bitter. Dann schon gemahlen als Kakao-Quetschen-Pulver in verschiedenen Konzentrationen und zum Vergleich die Glühbirnchen-Galerie mit Mini-Glühbirnen, das ist Kuvertüre in kleinen Stückchen, zum Verkosten. Bei den nächsten Stationen wartet Flüssiges, so wie auch in der Produktion die Kakaomasse mit Zucker und Milchpulver versetzt und conchiert, also temperiert und gemischt wird. Es gibt flüssige Schokoladesorten mit unterschiedlichem Kakaoanteil gemischt mit verschiedenen Milcharten wie Reis oder Soja und flüssiges Nougat aus verschiedenen Nussarten wie Cashew, Haselnuss oder Kokosnuss.

Zotter

Diese unterschiedlichen Geschmäcker gibt es dann auch in fester Form zu sehen und zu verkosten. Ich fand es ausgesprochen faszinierend, wie unterschiedlich Schokolade mit gleichem Kakaoanteil, jedoch aus Bohnen aus unterschiedlichen Ländern schmeckt. Wer die Trinkschokoladen verkosten möchte, ist dazu eingeladen. Die Trinkschokolade-Tefeln werden in der kleinsten Gondelbahn der Welt transportiert, gleich neben den Mitzi Blue Tafeln auf Plattenspielern. Weiter geht es mit nougsus, den Nougat-Spezialitäten, verschiedenen Schoko-Flakes und den Balleros, in Schokolade gerollten Früchten und Nüssen.

Zotter  Zotter

Spätestens jetzt solltet ihr noch etwas Platz in eurem Magen haben, denn das Highlight am Schluss der Tour ist die Running Chocolate. So wie bei Running Sushi werden Stückchen verschiedenster Schokoladensorten auf einem Fließband zu den wartenden Gästen gebracht. Toll! Witziges Detail zum Abschluss der Tour vor dem Übergang zum Shop: auf diejenigen, die einen Gegensatz zur süßen Schokolade brauchen, warten Essiggurkerl. Geschmäcker sind ja verschieden… ich hätte mir um nichts in der Welt den schönen Schokoladen-Geschmack verderben wollen…

Zotter

(c) Christian Kadluba

Philosophie

Was die Schokoladen von Zotter neben dem Geschmack an sich so speziell macht, ist die Philosophie hinter der Schokolade. Da gibt es einerseits Bean-to-Bar: Alle Produktionsschritte von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade werden in der Manufaktur gemacht. Fair trade und bio, das sind zwei wesentliche Elemente zum Thema Nachhaltigkeit bei Zotter. Es erklärt natürlich auch, warum die Produkte von Zotter etwas teurer sind als normale Schokoladen, denn biologischer Anbau und faire Entlohnung der Produzenten, das kostet mehr.

Ein Detail aus dem gezeigten Film zur Geschichte der Firma fand ich sehr interessant, nämlich, dass Zotter zuerst mit seiner Geschäftsidee nicht erfolgreich war und 1996 insolvent wurde. Durch harte Arbeit und den Glauben an sich hat er sich nicht nur erholt hat, sondern ist so erfolgreich geworden, dass er inzwischen 600 Tonnen Schokolade im Jahr produziert und 150 Mitarbeiter in der Steiermark sowie 80 Mitarbeiter in Shanghai beschäftigt. Das ist eine Erfolgsgeschichte!

Essbarer Tiergarten

Nach der vielen Schokolade ist es ganz angenehm, sich ein wenig zu bewegen. Das geht sehr gut im Essbaren Tiergarten, das ist ein groß angelegter Bio-Bauernhof, der vorbei an moderner Kunst gleich unterhalb der Fabrik liegt.

Zotter

Der Gedanke hinter dem Essbaren Tiergarten ist, klarzumachen, dass Tiere und Pflanzen mit Achtung und Liebe behandelt werden sollten. Hier finden sich artgerecht gehaltene, alte heimische Tierrassen und es wachsen regionale Obst- und Gemüsesorten. Tiere ansehen kommt bei meiner Tochter immer gut an, sie hat sich besonders gefreut über die Schafe, Ziegen, Hühner und Alpakas.

Zotter

Zum Austoben für die lieben Kleinen wartet unterhalb der Öko-Essbar ein Spielbereich: mit einem kleinen Seilgarten zum Klettern, Hängematten, Slacklines, Bauerngolf… Bauerngolf? So ähnlich wie Golf, nur mit Gummistiefeln, die geworfen werden, sehr lustig! Gleich neben der Öko-Essbar, dem Restaurant, gibt es zusätzlich eine steile, gelbe Rutsche, in der es flott zur Sache geht, für dreijährige Kinder zum allein Rutschen meiner Meinung nach noch nicht geeignet. Die ganze Anlage ist jedenfalls nicht klein. Wer motiviert ist, kann hier eine ganze Weile von Station zu Station gehen, es gibt immer wieder witzige Details zu entdecken.

Zotter

Zotter  Zotter

Fazit

Für kleine und große Schokoholics ist ein Besuch von Zotters Schokoladen Manufaktur in der Steiermark ein Pflichttermin. Einen Punkt muss man bei diesem Ausflug im Vorhinein mit sich ausmachen: Kalorien zählen an diesem Tag nicht! Hier geht es um den Genuss! Nach dem Rundgang in der Manufaktur kann man im Essbaren Tiergarten nebenan spazieren gehen und noch verschiedene Tierarten bewundern oder sogar streicheln. So kann man gut und gerne einen halben Tag hier verbringen.

Damit der Abschied nicht allzu schwer fällt, kann man sich im Shop die Leckereien kaufen und mit nach Hause nehmen – falls sie den Transport nach Hause überhaupt schaffen und nicht schon vorher gegessen werden!

Zotter Pin

22 Gedanken zu “Im Schokoladeparadies – Familienausflug zum Zotter

  1. Liam schreibt:

    So etwas haben wir in der Schweiz auch. Ich war zwar noch nie dort aber wir habens einem Mitarbeiter geschenkt und ich würde es auch mal gerne probieren. Ich glaube, mir wäre danach aber schlecht 😀

    Gefällt mir

  2. Lena schreibt:

    Hi liebe Tamara
    Wow, das sieht ja wirklich aus wie im Schlaraffenland. Ich kenne das bis jetzt nur aus der Schweiz, aber so viel Action mit Film, „Running Schokolade“ und diesem tollen Garten mit Bioanbau und Tieren gibt es hier nicht. Das stelle ich mir auch für Erwachsene ohne Kinder als super Ausflugsziel vor. Das werde ich mir auf alle Fälle merken, wenn es uns mal wieder in die Steiermark zieht.
    Alles Liebe Lena

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s