Die Kinderei
Familie, Leben mit Kind, Lifestyle

Die Kinderei – Interview mit Vroni

Kennt ihr das? Ihr bekommt eine Einladung zu einer Hochzeit oder einer Geburtstagsfeier eines guten Freundes, und früher oder später kommt der Gedanke: „Nehme ich mein Kind mit?“ Da ist man dann oft ganz hin- und hergerissen. Einerseits möchte man schöne Momente mit seinem Kind teilen und verbringen, andererseits freut man sich auch über entspannte Zeit und Gespräche mit anderen Erwachsenen, ohne mehr oder weniger oft nach dem Nachwuchs zu sehen oder durch ihn unterbrochen zu werden.

Vor einigen Jahren war ich das erste Mal auf einer Hochzeit eingeladen, zu der das Brautpaar auch eine Kinderbetreuung während der Hochzeitsfeier organisiert hatte. Eine tolle Idee und eine win-win Situation für das Brautpaar, die Gäste und die Kinder. Ein Wiener Unternehmen, dass bereits langjährige Erfahrung in der Kinderbetreuung auf Veranstaltungen hat, ist Die Kinderei. Ich habe mit Vroni, der Inhaberin von Die Kinderei, gesprochen, und sie hat mir für euch die besten Tipps für ein gelungenes Fest mit Erwachsenen und Kindern mitgegeben. Doch lest selbst!

 

Liebe Vroni! Inzwischen ist es ja schon zehn Jahre her, dass du dein Business, Die Kinderei, gestartet hast. Wie bist du ursprünglich auf die Idee gekommen, Kinderpartys zu veranstalten?

Als ich 2008 Die Kinderei gegründet habe, gab es eigentlich so gut wie keinen Mitbewerb am Markt. Eigentlich komme ich aus einem ganz anderen Eck: Ich war viele Jahre lang in der Medien- und PR-Welt zu Hause und habe sowohl beruflich als auch privat viele Veranstaltungen organisiert. Die Idee, mich mit einer Kinderparty-Firma selbständig zu machen, ist lange in mir gereift. Davor habe ich – um ganz sicher zu sein – viele Kinderfeste im Freundes- und Verwandtenkreis freiwillig übernommen, um Erfahrungen zu sammeln und um heraus zu finden, ob ich mit dieser Art von Dienstleistung ein Geschäftsmodell entwickeln kann, dass sich auch trägt. Ich habe dann 7 Jahre lang fast ausschließlich Kinderpartys im privaten Bereich geplant, organisiert und vor Ort betreut. Eine unglaublich intensive, bunte und erfahrungsreiche Zeit.

Wie und warum hat sich dein Angebot dann weiter entwickelt?

2010 bin ich selbst Mutter einer Tochter geworden. Ich habe mich verändert, mein Zeitvolumen hat sich verändert, der Markt hat sich verändert.  Außerdem sind immer mehr Hochzeitsplaner und Veranstaltungsorganisatoren an mich heran getreten und haben mich gefragt, ob ich nicht die Kinderbetreuung auf ihrem (Erwachsenen-)Fest übernehmen kann. Noch vor ein paar Jahren hat es gereicht, wenn eine Bekannte für die erwarteten Kinder „was zum Malen und einen Ball mitbringt“. Das Bewußtsein hat sich verändert – Kinder werden heute nicht mehr als Anhängsel gesehen, man will ihnen auch ein entsprechendes Fest im Fest bieten. Oft haben Brautpaare, die mich buchen, bereits selbst ein paar Kinder, tendenziell heiraten Leute später, dementsprechend haben auch ihre Gäste einige Kinder und da kommen schnell mal 15 bis 30 Kinder zusammen. Wenn die wirklich gut und liebevoll beschäftigt werden, ist das einerseits ein wunderbares Geschenk der Gastgeber an ihre Gäste mit Kindern und andererseits können Gastgeber und Gäste sich viel entspannter aufs Feiern konzentrieren, weil sie die Kids bestens versorgt wissen.

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(c) Fotomanufaktur Grünwald

Was können diejenigen erwarten, die deinen Service buchen? Was ist das Besondere an deinem Angebot?

Die Eltern sind frei gespielt, um das zu tun, weswegen sie gekommen sind: Mitfeiern, Tanzen, Essen, Plaudern, Freuen, Austauschen … Die Kinder haben ihr eigenes, auf sie zugeschnittenes Programm. Wir bekommen meist vorab eine Kinder-Gästeliste. Da sehen wir genau, ob die Gruppe homogen ist etc. Das hilft enorm in der Vorbereitung, da wir dann auf einzelne Vorlieben oder Interessen der Kinder genau eingehen können. Und es funktioniert. Immer und immer sehr gut! Die Kinder sind kaum weg zu bekommen aus dem Kinderbereich, die Eltern oft wirklich überrascht und glücklich über ihren Freiraum.

Dabei sind wir sehr flexibel, ob wir drinnen oder draußen animieren. Je nach Wetter und örtlichen Gegebenheiten stellen wir uns auf die Betreuung ein. Wir haben ausreichend Materialien mit, die wir – manchmal über eine Betreuungsdauer von 7 oder 8 Stunden – nach und nach aus dem „Hut zaubern“, um sicher zu stellen, dass immer wieder etwas Spannendes und Neues angeboten wird.

10 Jahre Erfahrung, top ausgebildete Betreuer, hochqualitative Materialien die wir großzügig einsetzen – Die Kinderei steht für anspruchsvolle Kinderbetreuung, die komplett an uns ausgelagert werden kann inklusive Betreuung während des Essens und falls gewünscht auch Schlaflager.

Zu welchem Alter passt dein Service am besten?

Wir freuen uns über Kinder aller Altersstufen! Das klassische Betreuungsalter beginnt bei 3 Jahren und geht bis ca.10 Jahre. Danach sind die Kinder oft schon ein bisschen zu cool für die Kinderbetreuung, wobei hier ganz oft die Ausnahmen die Regel bestätigen. Gerade wenn „die Großen“ kleinere Geschwisterkinder haben, stoßen sie oft zu späterer Stunde zu uns und helfen auch gerne mit. Kleinkinder bis 3 Jahre können an der Kinderbetreuung nur in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen. Werden Kleinkinder erwartet, nehmen wir immer sehr viele Kuscheldecken mit Spielzeug mit, das mit der Mama oder dem Papa gemeinsam genutzt und auch ausgeborgt und an den Platz mitgenommen werden kann. Diese Kleinkinderecke wird sehr gerne besucht – Mamis stillen hier auch oder genießen eine kurze Sitzpause.

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(c) Fotomanufaktur Grünwald

Gibt es irgendwelche Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die Kinderbetreuung gut ablaufen kann? Wie sieht die optimale Vorbereitung aus?

Kinderbetreuung ist einerseits eine Dienstleistung, andererseits menschelt es hier natürlich extrem. Fremde Menschen vertrauen mir und meinem Team ihre größten Schätze an. Da muss die Vertrauensbasis passen und ohne einem Klima der gegenseitigen Wertschätzung funktioniert das auch nicht vor Ort. Ich behalte mir auch vor, Anfragen, wo ich diese Basis nicht sehe, ab zu lehnen. Deshalb ist es mir auch sehr wichtig, im Vorfeld einer Betreuung ausreichend Zeit für ein ausführliches telefonisches Erstgespräch ein zu planen und kurz vor dem Event ein bis zwei Update-Gespräche zu führen.

Der Gästelistenstand ändert sich meist, Ablauf und örtliche Gegebenheiten sind dann schon fixiert und je mehr Informationen ich im Vorfeld bekomme, umso besser vorbereitet treten wir unseren Job an. Ich habe hohe Standards was die Mitarbeiterauswahl, Optik (Dekoration, fortlaufende einladende Präsentation der Spielsachen) und Auswahl meiner Materialien anbelangt. Wir gehen sehr großzügig mit unseren Materialien um, lassen auch manche Dinge da, wenn wir abbauen und ein oder zwei Kinder noch weiter machen wollen, sehen nicht so genau auf die Uhr und binden Eltern, die sich vielleicht schwerer tun, los zu lassen, immer mit ein.

Wie sieht dein Team aus? Mit wie vielen Mitarbeitern betreust du die verschiedenen Events?

Ich habe ein Pool an ca. 20 Leuten. Ich arbeite ausschließlich mit ausgebildeten PädagogInnen zusammen, mein Team ist teils seit Jahren mit mir im Einsatz, kennt mich, meinen Anspruch und mein Material ganz genau. Ich weiß, ich kann mich zu 100 Prozent auf meine Leute verlassen. Wenn ich Doppelbuchungen an einem Tag habe oder selbst einmal aus irgend einem Grund nicht mitkommen kann, habe ich Mitarbeiter, die eine Supervisor Funktion übernehmen können und für die Umsetzung der Qualitätsstandards sorgen.

Wir kommen immer mindestens zu zweit, abhängig von der Kinderanzahl auch zu zehnt. Dabei habe ich einen Betreuungsschlüssel von 1:7, also eine Betreuungsperson für 7 Kinder. Das hat sich bewährt, da wir so jedem Kind die Aufmerksamkeit schenken können, die es braucht. Für Kleinkinder bieten wir auch ein Nannyservice – also eine 1:1 Betreuung –  an.

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Dieses Foto und das Titelbild (c) Die Kinderei

Welche Beschäftigungen kommen bei den Kids in den verschiedenen Altersstufen am besten an?

Kleinkinder bis 3 Jahre sind fixiert auf eine Bezugsperson und brauchen meist eine 1:1 Betreuung. Hier nehmen wir altersgerechte Materialien wie Musikinstrumente, Stofftiere, große Holzautos, Stapelsachen, weiche Bücher o.ä. mit, die die Mäuse mit einer Bezugsperson gemeinsam entdecken können. Kinder im Kindergartenalter lieben unser Bällebad, die Ritterburg, den Krabbeltunnel, das Fallschirmtuch, unsere Play-Doh Station oder unsere Mal- und Bastelschätze. Für Kinder im Volksschulalter bieten wir zum Beispiel unser Keks-Atelier an. Butterkekse mit 1000 bunten Zuckerperlen dekorieren und mit Zuckerstiften verzieren, immer ein Hit! Ich habe Kapla Steine und staune selbst immer wieder über den Ideenreichtum und die Kreativität der kleinen Baumeister. Riesenseifenblasen oder Ballspiele werden eigentlich von jeder Altersklasse gut angenommen. Kniffelige Papierflugzeuge, Perlenketten aus tollen Steinen, Weitwurf-Spiele, Buttonmaschine … wir haben einen Riesenfundus und packen je nach Anzahl, Alter und räumlichen Gegebenheiten unsere Materialien zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen der Betreuung des eigenen Kindes und der Betreuung fremder Kinder bei Festen und Events?

Mein Team und ich haben den Anspruch, jedes Kind so gut und liebevoll zu betreuen, als wäre es unser eigenes. Das Schöne ist, dass wir nicht erziehen müssen, sondern Freude am Spielen und Spaß im Vordergrund stehen.

Was findest du am Schönsten an deinem Job?

Kein Einsatz gleicht dem anderen. Jedes Kind ist einmalig und ich schaffe es natürlich aufgrund meiner Erfahrung, in sehr kurzer Zeit eine Vertrauensbasis zu jedem Kind auf zu bauen. Kinder spüren ja auch sofort, ob man sie mag oder nur so tut als ob. Dieses intensive Eintauchen in die Welt der Kinder, das Sich-Einlassen auf ihre Ideen, das, was sie mir erzählen, das Vertrauen, das sie mir so schnell entgegen bringen, das ehrliche Feedback, das mich stets wachsen lässt …. Auch wenn manche Einsätze sehr viel Energie kosten, auf einer anderen Ebene bekomme ich die von den Kindern immer zurück!

Was war das Netteste oder Berührendste, was einmal ein Kind bei der Kinderbetreuung gemacht / gesagt hat?

Ich bekomme immer wieder Zeichnungen, Armbänder, Basteleien, kleine Briefe mit vielen Herzchen … geschenkt und viele davon zieren die Wände meines Büros.

Manchmal sprechen mich Mütter oder Kinder auf der Straße an, sie erkennen mich wieder, weil ich vor ein paar Jahren eine Party für sie gemacht habe oder sie auf der Hochzeit von XY betreut habe. Sie kennen manchmal sogar noch meinen Namen und erinnern sich an kleinste Details aus der Kinderbetreuung. Das sind wirklich besondere Momente, weil ich bestätigt bekomme, dass das, was ich tue, einfach mehr ist, als nur zu animieren. Wir hinterlassen einen „Abdruck“, eine Spur, die lange anhält und das ist eben auch genau unser Anspruch und unser großes Plus: Viel mehr zu sein als nur Aufpasser oder Betreuer.

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(c) Fotomanufaktur Grünwald

Auch kein unwichtiger Punkt für Interessenten: Welche Gegend decken du und dein Team räumlich ab?

Wir sind hauptsächlich in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland aktiv.

Du bist ja selbst Mama einer 8jährigen Tochter! Wie sieht es bei dir mit Vereinbarkeit von Job und Familie aus?

Während meine Tochter in der Schule und im Hort ist, arbeite ich in meinem Büro. Materialverwaltung, Buchhaltung, Angebotslegung, Marketingaktivitäten, Besprechungen, Kooperationen … all das findet in dieser Zeit statt.

Die Betreuungen selbst sind ja meist am Wochenende, da übernimmt mein Mann und genießt die Papa-Tochter Zeit. Ich kümmere mich dann um viele andere Kinder und bringe meiner Tochter von jedem Einsatz eine „klitzekleine Kleinigkeit“ mit, damit sie weiß, dass ich auch an sie denke – eine schöne Serviette, ein Stück Kuchen, eine Luftballonfigur …

Mittlerweile ist Milla ja ein großes Mädchen, versteht, womit ihre Mama ihr Geld verdient und weiß, dass sie ja auch oft und nicht nur auf ihren eigenen Parties von meinem Beruf profitiert. Ich nehme sie manchmal am Nachmittag mit in mein Büro – dort darf sie dann neue Spiele „testen“, aus dem vollen Materialangebot schöpfen und hat nicht das Gefühl, dass ihr all die bunten Schätze, die ich regelmäßig für ihr fremde Kinder zusammen packe, vorenthalten werden.

Natürlich habe ich schon vor meinem Muttersein viel über Kinder gewusst, aber mir geht es so wie jeder Mutter: Von meiner Tochter kann ich sehr viel lernen und diese Erfahrung fließt wiederum in meinen Beruf mit ein.

Danke für das Interview, Vroni!

18 Gedanken zu „Die Kinderei – Interview mit Vroni“

  1. Ich finde diese Geschäftsidee klasse! Als Kind habe ich es gehasst, nicht bei den Erwachsenen mitfeiern zu dürfen und auf dem Abstellgleis zu stehen. Mit einem Kinderpartyservice hätte ich mich auch besser gefühlt und mehr Spaß gehabt. Ich wünsche der Kinderei weiterhin viel Erfolg!

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  2. Ein wirklich schönes Interview, mit mehr als sympathischen Antworten. Und die Idee hinter der Kinderei ist auch toll, besonders wenn ich überlege zu welchem Krisenherd Feiern mit Kindern werden können, wenn die Kids nicht richtig ausgelastet sind. Däumchen hoch!

    Liebe Grüße
    Eden von toastenstein.com

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  3. Das finde ich echt super! Ich bin auch immer hin- und hergerissen ob ich meine Kleine zu Hochzeiten oder auch einfach größeren Feiern mitnehme. Ich will ja auch, dass sie an solchen Ereignissen teilnimmt und Spaß hat. Da ist die Kinderei einfach genial!
    LG Ina

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  4. Ich finde die Idee großartig und wenn ich heiraten würde und es viele kleine Kinder in meinem Bekanntenkreis gibt, dann würde ich auch definitiv auf die Kinderei zurück kommen. Das ist ja ein super Service und wie du sagst eine Win Win Situation für alle Beteiligten 🙂

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  5. Ein tolles Interview. Ich finde es immer schön mal einen Einblick bei anderen Menschen zu erhalten. Wie bringen sie alles unter einen Hut usw. Und Kinderpartys sind eine tolle Idee und sicher sehr gefragt. Besonders süß finde ich, das es immer ein kleines Mitbringsel für die eigene Tochter gibt.

    Liebe Grüße Dany ❤ von danyalacarte.de

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  6. ich kann hier zwar leider nicht so wirklich aus eigener (Kinder-) Erfahrung beitragen, aber dennoch ist allein die Vorstellung, eine Feier für Kinder ausrichten zu müssen/ wollen, schon etwas beängstigend 😉

    so einen Service finde ich da einfach super praktisch – und wenn es sowas für Erwachsene gibt, warum dann nicht auch für Kinder?!

    sehr interessantes Interview, danke dafür 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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