Familie, Leben mit Kind

Unsicheres Kindergartenkind, was tun?

5 Übungen zur Förderung des Selbstvertrauens, die bei uns in der letzten Zeit gewirkt haben

Unsere Kinder und ihre Charaktere sind unterschiedlich und bunt, jedes hat seine eigene, ganz individuelle Persönlichkeit. Die Liste der Charaktereigenschaften ist so vielfältig, sie reicht von lebhaft bis ruhig, von ausgelassen bis traurig, und es gibt unzählige Facetten mehr. Während das eine Kind zum Beispiel in neuen Situationen neugierig und unbefangen reagiert und die Situation erkundet, ist das andere Kind zurückhaltend, hält sich im Hintergrund und beobachtet erst einmal. 

Meine kleine Madame ist von ihrer Art her eher schüchtern und vorsichtig, steht nicht gern im Mittelpunkt, probiert Neues nur zögerlich. Ich habe das auch mit der Kindergartenpädagogin besprochen, die das ganz ähnlich beobachtet hat. Daher haben wir uns gemeinsam überlegt, wie wir die junge Dame im Alltag mit kleinen Übungen fördern können, ihren Mut und Stärke weiter zu entwickeln und mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Auch wenn es jeweils nur kurze Aufgaben und Angebote sind, merken wir, wie die Ausführung von mal zu mal besser klappt, und wie sie sich über die Erfolgserlebnisse freut.

Eines noch vorweg: In diesem Artikel habe ich Handlungen beschrieben, die mein Mann oder ich gegenüber unserer Tochter gesetzt haben, und von denen wir das Gefühl haben, dass die vierjährige Kleine sie gut aufgenommen hat. Wir sind keine Psychologen und können daher auch keine psychologischen Ratschläge geben. Hier beschreibe ich unsere Ideen, die in der letzten Zeit gut angekommen sind.

Mit fremden Personen sprechen

Wenn wir unterwegs sind, kommt manchmal die Lust auf ein frisches Gebäck oder Eis. Wenn es ans Bestellen geht, heißt es aber: „Mama, mach du!“. Dabei sieht man förmlich, wie groß der Wunsch nach der tollen Brezel oder dem leckeren Erdbeereis ist. Trotzdem traut sie sich nicht, beim Verkäufer danach zu verlangen. Inzwischen bin ich, statt einfach zu bestellen, dazu übergegangen, sie zu ermuntern, selbst den Verkäufer anzusprechen und zu bestellen. Dabei habe ich ihr auch erklärt, wie wichtig es ist, dabei laut und deutlich sprechen, wenn sie gut verstanden werden will. Die anfängliche Tendenz war, sich zu verstecken, statt direkt zu sagen, was sie möchte. Trotzdem klappt das Bestellen von mal zu mal besser.

Selbst Gekochtes / Vorbereitetes essen können

Dieser Punkt kommt von der Oma, bei der Madame ganz tatkräftig in der Küche helfen kann. Mit einem Sparschäler hilft sie dabei, Karotten, Äpfel oder Kartoffeln zu schälen, die Oma übernimmt erst wieder das klein Schneiden. Und wie toll ist das denn, wenn man dem Opa beim Essen erzählen kann, dass man selbst die Karotten geschält hat, die man nun isst!

Wer kann länger in die Augen schauen?

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich selbst diese Übung im Kindergarten oder in der Volksschule gemacht habe, und wie intensiv sich das damals angefühlt hat. Bei dieser Aufgabe setzen sich das Kind und eine zweite Person einander gegenüber. Nun müssen sich die beiden direkt in die Augen schauen, und gewonnen hat derjenige, der es schafft, dem Blick des Anderen länger standzuhalten, verloren hat also derjenige, der zuerst wegsieht. Was so einfach klingt, ist gar nicht so leicht. Probiert es aus!

Den eigenen Namen schreiben

Das ist schon eine ganz großartige Leistung, den eigenen Namen schreiben zu können! Das Geschriebene kann man ausschmücken, indem jeder Buchstabe eigens verziert und dekoriert wird, sodass am Ende ein schönes Gesamtkunstwerk entsteht. Zusätzlich kann man überlegen, welche anderen Namen oder Dinge mit den jeweiligen Buchstaben des Namens anfangen, und sie auch dazu malen. Natürlich gilt es dann noch, einen besonderen Platz in der Wohnung zu finden, an dem man das Ergebnis standesgemäß aufhängen und bewundern kann.

Urkunde für besondere Leistungen

Wenn das Kind etwas Besonderes geleistet oder geschafft hat, dann ist das schon ein Grund, darauf stolz zu sein. Gut zum Ausdruck bringen kann man diese außergewöhnliche Leistung zum Beispiel mit einer Urkunde, die dann einen Ehrenplatz im Kinderzimmer bekommt. Anlässe für Lob gibt es ja genug, zum Beispiel für ausgesprochen sorgfältiges Zähne putzen, fürs Radfahren gelernt haben, für einen besonderen Erfolg beim Sport, … Durchs Ansehen der Urkunde kommt auch immer wieder die positive Erinnerung!

Was sind eure Erfahrungen bei der Unterstützung von Kindergartenkindern und bei der Förderung des Selbstbewusstseins?

Habt ihr bestimmte Tipps, die auch für andere Leser interessant sein könnten? Dann schreibt sie doch bitte in den Kommentaren, ich freue mich darauf!

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Selbstvertrauen Pin

12 Gedanken zu „Unsicheres Kindergartenkind, was tun?“

  1. ich hab zwar selber kein Kind, dass ich in den Kindergarten schicken müsste … aber ich kenne das ganz gut von meinem jüngsten Neffen! der war nämlich auch sehr unsicher am Anfang! ich wusste bisher nicht, dass auch selbstgekochtes Essen dazu beitragen kann, dass sich das auflöst … das hat meine Schwester auch gemacht 🙂
    heute spielt und lacht er mit den anderen 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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    1. Liebe Tina,
      glaube, das sind Phasen, durch die das Kind geht. Wenn man das Kind mit viel Verständnis und Liebe durchbegleitet, trägt das bestimmt viel dazu bei, dass es sich weiterentwickelt. In welche Richtung auch immer, es bleibt der eigene, größte Schatz! 🙂 Und ja, das mit dem selbstgekochten Essen ist super. So stolz, dass sie mitgeholfen haben! 🙂
      Lieben Gruß, Tammy

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  2. Ich finde meine Tochter so gut in deinen Beschreibungen!
    Ihr hat am besten geholfen, sie nicht zu überfordern bei gleichzeitiger Unterstützung, Neues auszuprobieren. Das nicht überfordern war für mich manchmal gar nicht so einfach. Da musste ich dazu lernen, mich auch von ihr führen lassen. Zeit lassen und Zutrauen haben, dass das Kind schon seinen Weg gehen wird, das find ich wichtig.
    Für besondere Herausforderungen – und da gehörte z.B. selbst ein Eis bestellen oder auch den grantingen Nachbarn so laut grüßen, dass der das auch wahrnimmt – gab es Tapferkeitsmedaillien. Die wurden gesammelt und aufgeklebt und das zeigte dann ganz klar, wie viele Fortschritte sie schon gemacht hatte.

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    1. Liebe Brigitte,
      glaube, da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an, die Zeit. Dem Kind die nötige Zeit geben, die es braucht, um sich zu entwickeln, und es nicht zu überfordern! Stimmt, da muss man sich selbst etwas zurücknehmen, es kennt das Tempo am besten, das es gerade braucht! Das mit den Tapferkeitsmedaillen gesammelt und aufgeklebt, das gefällt mir sehr gut! Da hat sie sich bestimmt sehr gefreut, wenn sie gesehen hat, wieviel sie schon ganz toll gemeistert hat! 🙂
      Lieben Gruß, Tammy

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  3. Hey,

    von einer guten Freundin das Kind kommt im Oktober in den Kindergarten oder war es schon im September? Aber egal, darum geht es nicht, jedenfalls finde ich deine Tipps und Anregungen hier sehr gelungen und hilfreich. Ich werde ihr mal den Blogbeitrag schicken bzw. den Link.

    Herzlichen Dank.

    Lg
    Steffi

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  4. Das ist so ein toller und interessanter Bericht!

    Hast Du super geschrieben und habe ich sehr gerne gelesen!

    Bei uns heisst die Vorstufe von Kindergarten, Spielgruppe und so eine Ausbildung zur Spielgruppen-Leiterin habe ich vor einigen Jahren absolviert!

    Ich konnte so vieles über die Kinder lernen und auch für mein Kind, es war so eine tolle Ausbildung auch als Mutter konnte ich viel profitieren!

    Hab ein schönes Wochenende!

    xoxo
    Jacqueline

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    1. Liebe Jacqueline,
      kann mir vorstellen, dass in solchen Situationen die Ausbildung zur Spielgruppen-Leiterin und das dortige, pädagogische Wissen hilfreich ist! Da bist du eindeutig im Vorteil! Da kannst du bestimmt viel Interessantes erzählen! 🙂
      Liebe Grüße, Tammy

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  5. Ich selbst habe noch keine Kinder. Vermutlich wird das bei mir auch noch einige Zeit dauern 🙂 jedoch habe ich so etwas ähnliches damals bei meiner jüngeren Schwester bemerkt, sie war auch sehr schüchtern und ruhig und hat kaum mit jemandem gesprochen. Das hat sich Glücklicherweise geändert 🙂

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  6. Huhu. Das kenne ich auch. Mein Sohn 5 Jahre bestellt sich sein Eis ganz selbstsicher, wogegen sich Töchterchen mit 8 Jahren nicht traut eine Buskarte zu kaufen. Aber mit liebevoller Übung wie du beschrieben hast, wird es von mal zu mal besser. Danke für die tollen Tipps.

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    1. Schon spannend, wie unterschiedlich die Kinder sind! Jedes auf seine Art ein kleiner Schatz! Hoffe auch, dass sich der eine oder andere Schritt in Richtung Selbstvertrauen noch ergibt… 🙂
      Alles Liebe, Tammy

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