Mama, ich muss lulu

Oder für die deutschen Leser: „Mama, ich muss pipi!“. Im Idealfall ist man gerade zu Hause, wenn dieser Satz kommt, da ist eine Lösung leicht in Sicht. Aber nachdem sich das Leben nicht nur zu Hause abspielt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man diesen Spruch auch zu hören bekommt, wenn man gerade unterwegs ist. Und wenn euer Kind gerade lernt, ohne Windel auszukommen, habt ihr sicher auch schon öfter außerhalb der eigenen vier Wände diese Worte gehört, zum Beispiel am Spielplatz, beim Einkaufen oder bei einem netten Ausflug.

Was tun?

Diejenigen, die mich kennen, wissen, ich bin ein ziemlich planender Mensch. Daher habe ich mir im Geiste schon die wichtigsten Notfallpläne überlegt. So wie: ab ins nächste Geschäft oder Café, den nächsten Strauch suchen oder ab zum nächsten Kanaldeckel… Trotzdem: als der Satz das erste Mal da war, hat mich zuerst eine leichte Welle von Panik gepackt. Einmal tief durchgeatmet, dann hat aber auch schon der Notfallmodus gegriffen, und der automatische Scan der Umgebung (ja, so ähnlich wie der Terminator in seinen Filmen) hat den schnellstmöglichen und günstigsten Platz gefunden: ein paar Sträucher hinter dem Kinderspielplatz…

Kind muss lulu

Wenn mir jemand, bevor mein Kind die Windeln abgelegt hat, gesagt hätte, dass ich mein Kind manchmal unabgeschirmt im Freien lulu machen lasse, hätte ich das nie im Leben geglaubt. Nein, sicher nicht mit mir! Nur: welche Möglichkeit gibt es noch, wenn es ganz dringend ist? Da gibt es am Anfang kein: „Halte bitte noch fünf Minuten an, wir gehen ins nächste Café“, sondern da muss es schnell gehen.

Worüber ich ganz froh bin, ist, dass meine kleine Madame bisher noch nicht das Bedürfnis hatte, auch ihr großes Geschäft irgendwo unterwegs erledigen zu müssen. Hoffe mal, dass es dabei bleibt, aber wer weiß das schon?

Bisher habe ich glücklicherweise noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Gestern erst wieder sind wir in einem Kaffeehaus an eine ganz nette Kellnerin geraten, die auf unsere Bitte um WC-Asyl meinte: „Ja, freilich“. Von einer anderen, speziellen Idee hat mir eine Freundin berichtet: eine Bekannte hat in der Handtasche immer einen kleinen Plastikbecher dabei, den sie im Ernstfall ihrem Junior hinhalten kann. Den Becher kann man dann an einer geeigneten Stelle leeren und in die Mülltonne werfen. Eine kreative Idee!

Klotür

Was war euer lustigstes Erlebnis?

Den Schrei nach „lulu“ habt ihr sicher auch schon erlebt. Wie seit ihr damit umgegangen? Erzählt doch von eurem witzigsten Vorfall!